Zurück in Waldkraiburg – das Americana Festival

Nach sechs Jahren Dürre und Banjo-Brache färbt sich das Gras im Haus der Kultur in Waldkraiburg mal wieder blau. Für den 9. Mai verspricht das Haus der Kultur in Waldkraiburg ein Revival des Bluegrass & Americana Jamboree. Authentische akustische Klänge von Banjo, Geige, Gitarre, Fiddle, Madoline & Co. Und das gleich mit drei Bands. Johnny And The Yooahoos treffen auf Black Patti und The See See Riders.

Black Patti is coming to Town. Viel besser könnte man es nicht ankündigen. Die Americana Music und der Bluegrass kehren wieder zurück nach Waldkraiburg, die Stadt im Landkreis Mühldorf, die sich dank Hansjörg Malonek, dem 2018 verstorbenen Veranstaltungsleiter im Haus der Kultur, den Ruf einer bayerischen Hometown of Americana Music erarbeitet hat.

Am 9. Mai beleben diese Tradition nicht nur Black Patti, sondern auch Johnny And The Yooahoos und The See See Riders, erstere Bluegrass und Blues-Traditionalisten aus München, letztere kommen aus Bamberg.

In Bamberg gibt es auch ein Jamboree, das inzwischen zum dritten Mal stattgefunden hat. In Waldkraiburg gab es zahllose Jamborees und noch viel mehr Einzelkonzerte mit Stars der Szene, die Hansjörg Malonek und Rainer Zellner regelmäßig im Süden der USA aufgestöbert haben.

Unvergessen der Kniefall von Rainer Zellner in der Country Music Hall of Fame. In Nashville haben Rainer Zellner und Hansjörg Malonek die Wurzeln des Bluegrass gesucht und gefunden.

Auf diese Wurzeln berufen sich auch die drei Bands, die die Waldkraiburger Tradition jetzt fortführen.

Black Patti gehen dabei wohl am weitesten zurück. Sie haben sich nach einem amerikanischen Plattenlabel benannt. Das kurzlebige Label Black Patti wurde 1926 gegründet, die letzte Platte erschien 1927.

Das war die Hochzeit der sogenannten Juke Joints, einfache Kneipen, in denen getrunken, gespielt und Musik gemacht wurde. Sie öffneten am Wochenende und da trafen dann Tag und Nacht aufeinander. Der Teufel traf auf den lieben Gott. Das erklärt die eine Hälfte von Black Patti auf gerne auf seinen Konzerten.

Vielleicht auch deshalb haben Black Patti eine ihrer Platten Devils Funeral genannt, des Teufels Beerdigung. Die Platte hat ein teuflisch gutes Cover, gestaltet von Robert Crumb, einem der bedeutendsten Zeichner von Underground Comics.

Die Platte in 180 Gramm Vinyl werden Black Patti sicherlich dabei haben, wenn sie am 9. Mai in Waldkraiburg beim Americana Music Jamboree auf Johnny And The Yooahoos treffen. Die kennen sich aus mit Juke Joints, auf jeden Fall aber mit Raucherlunge und Fettleber.

Alles Zutaten, die 2024 bei der International Bluesgrass Music Association in den USA, zur Auszeichnung als Winner Of The IBMA Music Award führte. 2025 ging es für Johnny And The Yooahoos dann für 20 Konzerte in die USA, mit so bekannten Stationen wie der Grand Ole Opry in Nashville.

Aber natürlich haben Johnny And The Yooahoos die altbekannten Gründerväter des Bluegrass im Programm. Zum Beispiel Stone Walls And Steel Bars von den Stanley Brothers, die auch in der Country Music Hall Of Fame in Nashville zu Hause sind und sein dem Coen Brothers Film O Brother Where Art Thou eine Renaissance erleben.

Johnny And The Yooahoos sind aber nicht nur Traditionalisten. Sie bedienen sich auch mal bei Frank Zappa oder sogar bei Susanne Kerner alias Nena…

Es verspricht auf jeden Fall spannend zu werden am 9. Mai im Haus der Kultur, wenn Jonny And The Yooahoos auf Black Patti treffen. Die kennen sich trefflich. Noch spannender könnte die Begegnung mit den Dritten im Bunde werden, mit The See See Riders aus Bamberg. Sie bringen ihr aktuelles Album mit. Das heißt Having Fun With The See See Riders und ist gleich in zwei Kategorien für den Deutschen Preis der Schallplattenkritik nominiert – in der Kategorie Blues und im Bereich Folk und Singer/Songwriter.